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8A in Auschwitz

Am 1. Oktober 2015 war es endlich soweit! Nachdem wir wochenlang gut auf diese Reise vorbereitet wurden, saßen wir in aller Frühe  im Bus Richtung Polen und kamen acht Stunden später in Krakau an. Nach dem gemeinsamen Abendessen erkundeten wir auf eigene Faust die Innenstadt. Am zweiten Tag dieser Lehrveranstaltung besichtigten wir Schindlers Fabrik und das sich darin befindende Museum. Oskar Schindler (1908-1974) war ein deutsch-mährischer Unternehmer, der während des zweiten Weltkrieges 1200 jüdischen Zwangsarbeiterinnen das Leben rettete, indem er sie in seiner Emaillewaren-Fabrik beschäftigte. Schindler selbst war Mitglied der NSDAP. Anschließend fuhren wir mit dem Bus in das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, wo wir uns zuerst einen jüdischen Friedhof besuchten und anschließend einen Spaziergang durch die Straßen machten. Bei diesem Rundgang erklärte uns die Reiseführerin, die uns auch schon durch Schindlers Fabrik begleitet hatte, einige Fakten über den Holocaust. Auch mehrere Schauplätze, die in Steven Spielbergs Film Schindlers Liste (gedreht 1996) vorkommen, wurden uns gezeigt. Am selben Abend noch sahen wir uns gemeinsam mit Herrn Prof. Golob und Frau Prof. Holy-Kiermayr diesen sehr berührenden Film an. Am nächsten, der auch zugleich der dritte und  letzte Tag war, kamen wir schließlich nach Auschwitz, dem eigentlichen Hauptgrund unserer Polenreise. Auf dem Weg dorthin waren wir alle nervös, weil wir nicht wussten, was uns erwarten würde. Auschwitz wurde 1940 von den Nationalsozialisten als Konzentrationslager eingerichtet und wurde in den folgenden Jahren zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ausgebaut. Spricht man heute von „Auschwitz“, dann meint man den gesamten Lagerkomplex: das Stammlager, das Vernichtungslager und das Arbeitslager der I.G. Farben AG sowie fast 50 Außenlager. Über 1.300.000 Menschen wurden insgesamt nach Ausschwitz deportiert.

Zuerst bekamen wir eine Führung durch das Stammlager. Besonders erschütternd zu sehen waren die Unmengen an Haaren, Koffern, Schuhen und persönlichen Besitztümern  der Häftlinge, die ihnen bei ihrer Ankunft  beziehungsweise nach ihrem qualvollen Tod abgenommen wurden. Auch als wir in den Keller zu den Gaskammern und Krematorien hinunterstiegen erfasste uns alle tiefe Betroffenheit. Anschließend schauten wir uns noch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an. Wenn man nicht selber dort gewesen war, kann man sich nicht vorstellen, wie groß dieses Lager war. Kilometerweit sieht man Ziegelbaracken, alles umzäunt von mehreren Schichten Stacheldraht.

Am 27. Jänner 1945 befreite die Rote Armee 7.500 Häftlinge, andere 56.000 waren davor auf die sogenannten "Todesmärsche“ geschickt worden.

Diesen Terror der Nationalsozialisten werden wir nicht vergessen. Nie. Aber für den Moment waren wir froh, wieder im Bus zu sitzen und nach Hause zu fahren.

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