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Vom 6.3. bis 8.3. waren wir, die 7A und die 7DE auf einer Exkursion in Krakau, mit dem Schwerpunkt auf einer Tages-Exkursion in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Am Montag in der Früh trafen wir uns am Parkplatz beim Schulschiff. Wir fuhren sieben Stunden nach Krakau und kamen um 15.00 Uhr an. Anschließend gingen wir gemeinsam mit den Lehrern durch die Innenstadt von Krakau und hatten danach Freizeit und ein gemeinsames Abendessen. Am zweiten Tag standen wir früh auf und fuhren mit dem Bus zur Gedenkstätte Auschwitz. Dort erwarteten uns zwei Guides und wir gingen getrennt von der anderen Klasse durch das Stammlager Auschwitz 1. Wir bekamen alle Kopfhörer, über die wir den Guide hören konnten. Der erste Eindruck war merkwürdig: Wir haben Backstein- Gebäude gesehen, die an sich nicht schlimm ausgesehen haben, weil das Stammlager vor der deutschen Besatzung eine polnische Kaserne war. Aber das Wissen, wo wir uns befanden, machte ein bedrückendes Gefühl. Der Guide erzählte uns ein paar Fakten über das Lager und ging mit uns danach durch das Tor in Richtung der Baracken. Über dem Tor stand in großen, von Häftlingen gefertigten Buchstaben der zynische Spruch „Arbeit macht frei“. Das Gefühl, durch dieses Tor zu gehen, war sehr beängstigend für uns, weil wir wussten, dass viele Menschen durch dieses Tor hineingegangen waren, aber nicht mehr hinaus. Schon im Voraus erfuhren wir, dass die Baracken im Stammlager z.T. renoviert worden waren und sich darin Ausstellungen über das Lager befanden.

Die zwei berührendsten Momente für uns waren einerseits ein Raum, über den wir informiert wurden, dass wir dort keine Fotos machen durften: Wir betraten einen langen Raum, der getrennt war durch eine Glasscheibe. Auf der anderen Seite der Scheibe war ein sieben Tonnen schwerer Haufen Haar von ermordeten Menschen. Der Haufen war jedoch nur ein Bruchteil der abgeschnittenen Haare, weil die Nazis die Haare zu Matratzen und Socken verarbeitet haben. Andererseits eine Baracke, wo im Keller Einzelzellen für politische Häftlinge waren. Unter den Zellen waren auch „Stehzellen“ und „Dunkelzellen“. Die Stehzellen waren nur einen Quadratmeter groß und mit Ziegeln zugemauert. In diesem Keller wurde zum ersten Mal das Gas Zyklon B eingesetzt. Es war ein sehr beengendes und ungutes Gefühl an diesem Ort zu sein. Das war aber ,,nur‘‘ das Stammlager Auschwitz 1.

Wir gingen danach zum Bus und fuhren drei Kilometer zum ehemaligen Vernichtungslager Ausschwitz – Birkenau. Das riesige Backsteintor, durch das damals der Zug mit den gefangenen Juden durchfuhr, werden wir in unserem Leben nicht mehr vergessen. Es wird das „Todestor“ genannt und ist der Eingang zum Ort des größten Verbrechens der Menschheitsgeschichte. Die Schienen teilen das gesamte Areal in zwei Hälften.

Auschwitz – Birkenau erschien uns riesig groß, quasi eine Stadt des Todes: Holz und Steinbaracken, soweit das Auge reicht. Wir gingen den Weg entlang, der die beiden Areale trennt. Am Ende des Weges standen vor uns einige Denkmäler und links und rechts von uns die von den Nazis gesprengten Gaskammern. Sie zerstörten sie kurz vor der Befreiung des Lagers durch die sowjetische Rote Armee.
Danach zeigte uns der Guide die Wasch- und Wohnbaracken. Die Häftlinge mussten eng aneinander gedrückt auf den Brettern schlafen – in drei Etagen übereinander.
Mit einem beängstigten Gefühl gingen wir aus dem Lager. Wir stiegen in den Bus und fuhren zurück nach Krakau. Im Hostel setzten wir uns nach Klassen getrennt noch einmal zusammen und sprachen über das Erlebnis. Einige erzählten, dass sie weiche Knie bekommen hatten und ihnen zum Weinen gewesen war. Zum Ausgleich für diesen sehr intensiven Tag hatten wir den Abend frei und konnten Krakau auf eigene Faust erkunden.

Am dritten Tag machten wir noch eine Führung durch das ehemalige jüdische Viertel der Stadt und besuchten das Museum, das in der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler eingerichtet ist. Dann ging es wieder nach Hause. Wir blicken auf drei intensive, aber auch spannende Tage zurück, die wir trotz der Schwere des Themas nicht missen wollen.

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