DONAUINSELPLATZ 1210 WIEN | T +43 1 271 4097 | F +43 1 271 6865   locker

8A in Auschwitz

Am 1. Oktober 2015 war es endlich soweit! Nachdem wir wochenlang gut auf diese Reise vorbereitet wurden, saßen wir in aller Frühe  im Bus Richtung Polen und kamen acht Stunden später in Krakau an. Nach dem gemeinsamen Abendessen erkundeten wir auf eigene Faust die Innenstadt. Am zweiten Tag dieser Lehrveranstaltung besichtigten wir Schindlers Fabrik und das sich darin befindende Museum. Oskar Schindler (1908-1974) war ein deutsch-mährischer Unternehmer, der während des zweiten Weltkrieges 1200 jüdischen Zwangsarbeiterinnen das Leben rettete, indem er sie in seiner Emaillewaren-Fabrik beschäftigte. Schindler selbst war Mitglied der NSDAP. Anschließend fuhren wir mit dem Bus in das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, wo wir uns zuerst einen jüdischen Friedhof besuchten und anschließend einen Spaziergang durch die Straßen machten. Bei diesem Rundgang erklärte uns die Reiseführerin, die uns auch schon durch Schindlers Fabrik begleitet hatte, einige Fakten über den Holocaust. Auch mehrere Schauplätze, die in Steven Spielbergs Film Schindlers Liste (gedreht 1996) vorkommen, wurden uns gezeigt. Am selben Abend noch sahen wir uns gemeinsam mit Herrn Prof. Golob und Frau Prof. Holy-Kiermayr diesen sehr berührenden Film an. Am nächsten, der auch zugleich der dritte und  letzte Tag war, kamen wir schließlich nach Auschwitz, dem eigentlichen Hauptgrund unserer Polenreise. Auf dem Weg dorthin waren wir alle nervös, weil wir nicht wussten, was uns erwarten würde. Auschwitz wurde 1940 von den Nationalsozialisten als Konzentrationslager eingerichtet und wurde in den folgenden Jahren zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ausgebaut. Spricht man heute von „Auschwitz“, dann meint man den gesamten Lagerkomplex: das Stammlager, das Vernichtungslager und das Arbeitslager der I.G. Farben AG sowie fast 50 Außenlager. Über 1.300.000 Menschen wurden insgesamt nach Ausschwitz deportiert.

Zuerst bekamen wir eine Führung durch das Stammlager. Besonders erschütternd zu sehen waren die Unmengen an Haaren, Koffern, Schuhen und persönlichen Besitztümern  der Häftlinge, die ihnen bei ihrer Ankunft  beziehungsweise nach ihrem qualvollen Tod abgenommen wurden. Auch als wir in den Keller zu den Gaskammern und Krematorien hinunterstiegen erfasste uns alle tiefe Betroffenheit. Anschließend schauten wir uns noch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an. Wenn man nicht selber dort gewesen war, kann man sich nicht vorstellen, wie groß dieses Lager war. Kilometerweit sieht man Ziegelbaracken, alles umzäunt von mehreren Schichten Stacheldraht.

Am 27. Jänner 1945 befreite die Rote Armee 7.500 Häftlinge, andere 56.000 waren davor auf die sogenannten "Todesmärsche“ geschickt worden.

Diesen Terror der Nationalsozialisten werden wir nicht vergessen. Nie. Aber für den Moment waren wir froh, wieder im Bus zu sitzen und nach Hause zu fahren.

Schon am Schulanfang plante unsere Klasse 6A mit unserer Geschichtelehrerin Frau Prof. Dörfler ein historisches Austauschprojekt mit einem slowenischen Gymnasium aus Ptuj. Vom 12.3. bis 14.3.2015 besuchten slowenische SchülerInnen uns in Wien. Vom 7. Bis 9. Mai erfolgte unser Rückbesuch.

Donnerstag, den 7.Mai, versammelten wir uns am Hauptbahnhof Wien und nahmen einen Zug nach Ptuj, Slowenien. Frau Prof. Nenning begleitete uns ebenfalls, weil sie schon von Anfang an dem Projekt beteiligt war und vieles mit organisiert hatte.

Am Bahnhof von Ptuj hießen uns die slowenischen SchülerInnen und ihr Lehrer willkommen. Sie brachten uns zur Schule, wo wir musikalisch unterhalten wurden. Sie hatten für uns ein sehr gutes Kuchenbuffet vorbereitet und führten uns nach einer Stärkung damit durch ihre Schule. Anschließend wurden wir entlassen, um mit unseren Gastfamilien den Nachmittag zu verbringen. Die slowenischen SchülerInnen hatten am Abend für uns eine Willkommensparty organisiert, bei der wir uns sehr amüsiert haben.

Am nächsten Tag war ein dichtes Programm für uns geplant. Wir besuchten zuerst das Schloss von Ptuj, wo wir eine deutschsprachige Führung hatten. Wir erfuhren vieles über die Geschichte Sloweniens und Ptujs und besichtigten eine interessante Ausstellung. Danach folgte eine Stadtführung durch die Innenstadt Ptujs. Dabei besichtigten wir bedeutsame historische Gebäude, wie zum Beispiel das Rathaus, einige Klöster und Monumente. Nach der Führung wurden wir entlassen und verbrachten den Nachmittag mit unseren GastgeberInnen. Am Abend war der Besuch eines Musicals in der Schule vorgesehen.

Die jungen slowenischen Schülerinnen bezauberten uns mit ihren fabelhaften musikalischen und künstlerischen Talenten!

An unserem letzten Tag des Aufenthalts, Samstag, den 9.Mai, verabschiedeten wir uns von unseren Gastfamilien und fuhren mit dem Bus nach Ljubljana, auch die slowenischen SchülerInnen waren dabei. In Ljubljana besichtigten wir die Altstadt und das Schloss. Die Führung wurde auf Englisch gehalten, und zwar in einer besonderen Art und Weise: SchauspielerInnen, verkleidet als historische Persönlichkeiten, erzählten uns über ihr Leben und ihre Erfahrungen.

Nach dieser spannenden Burgführung gingen wir mit unseren slowenischen GastgeberInnen zum Bahnhof -und verabschiedeten uns von ihnen. Später nahmen wir den Zug von Ljubljana nach Wien.

Die drei Tage gingen schnell vorbei. Der Aufenthalt in Slowenien hat uns sehr gefallen! Wir haben die Möglichkeit bekommen, neue, interessante Menschen kennenzulernen und unsere kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern. Alle unsere Gastfamilien waren sehr nett und gastfreundlich. Durch diesen Austausch haben wir eine sehr gute Erfahrung mit einer anderen Kultur gemacht, die der unseren aufgrund der Nachbarschaft und der gemeinsamen Geschichte sehr ähnlich ist.

Wie jedes Jahr im März fand auch heuer wieder in der Bezirksvertretung Floridsdorf eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des NS-Regimes statt. Dazu war auch eine Gruppe von SchülerInnen der 7a eingeladen, die im Rahmen der Gedenkfeier Auszüge aus eigenen Arbeiten lasen, die sie im Rahmen eines Geschichte-Wahlmoduls geschrieben hatten.

Die Themen waren:

  • Die Widerstandsgruppe „Igel“ im Salzkammergut
  • Der Aufstand im jüdischen Ghetto von Warschau im Frühling 1943
  • Der als „Mühlviertler Hasenjagd“ bekannt gewordene Ausbruch von mehreren hundert sowjetischen Häftlingen aus dem KZ Mauthausen im Februar 1945
  • Die Widerstandsgruppe der Geschwister Scholl in München
  • Bestrebungen von heutigen Rechtsextremisten, die Nazizeit zu verharmlosen

Herr Bezirksvorsteher Georg Papai und die Vertreter der Veranstalter erinnerten bei dieser Gelegenheit auch an die drei österreichischen Offiziere Biedermann, Huth und Raschke, die in den letzten Kriegstagen am Floridsdorfer Spitz ermordet wurden, weil sie versucht hatten, die Zerstörung Wiens durch Kontaktaufnahme mit der Roten Armee Wiens zu verhindern.

Vertreter des österreichischen Bundesheeres legten Kränze für die drei ermordeten Offiziere nieder.

Vom 11. bis 13. Februar boten die United Nations zum sechsten Mal, SchülerInnen aus Österreich und Deutschland die Gelegenheit, in einer UNO-Simulationskonferenz in die Welt der Vereinten Nationen und ihrer Teilorganisationen einzutauchen. Im Vienna International Centre beschäftigten sich rund 150 SchülerInnen in ihren Komitees mit international relevanten Themen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese waren heuer zum Beispiel Kinderarbeit, Militärische Interventionen, Produktpiraterie und sieben weitere. Das Schulschiff entsandte 13 SchülerInnen, die unsere Schule repräsentierten. Zehn von ihnen als Delegierte und drei in ihrer Funktion als Assistenten.

Jede/r SchülerIn wählte ein Land und ein Komitee, das mit je einem Thema verbunden war. Schon Monate vorher begannen wir mit der Vorbereitung. Dabei informierten wir uns über das Thema und vor allem über die Position unseres Landes. Denn dieses haben wir in den drei Tagen zu vertreten und keinesfalls durften wir unsere persönliche Meinung einfließen lassen. Dies verlangte uns besondere Disziplin und Ausdauer ab.

Die Komitee-Sitzungen bestanden zum einen aus formalen Debatten, zum anderen aus informellen Arbeitsphasen. Das Ziel war es, eine Lösung zu finden, mit der alle Vertreter der Gruppe zufrieden waren, und diese in einer Resolution festzuhalten. Wichtig bei der Komitee-Arbeit war die Einhaltung strikter formeller Regeln, die im Alltag der UNO genauso Anwendung finden. So wurde zum Beispiel schon bei der Aufnahme der Anwesenheit durch den Vorgesetzten, nicht mit „Hier!“ oder „Ja!“, sondern mit „Present“ oder „present and voting“ geantwortet – genauso wie bei „echten“ UNO-Konferenzen. Bei der abschließenden Generalversammlung kamen noch einmal alle Delegierten zusammen, die Resolutionen wurden vorgestellt, es wurde darüber abgestimmt und flammende Reden gehalten.

Für uns SchülerInnen war es eine tolle Möglichkeit mehr über die Aufgaben und die Arbeit in der UN zu erfahren, sowie unsere Teamfähigkeit, Rhetorik und Problemlösungskompetenzen unter Beweis zu stellen.

Unser Herr Direktor Mag. Schwarz, sowie Frau Maga. Bär, die uns tatkräftig unterstützte und das Ganze erst ermöglichte, waren natürlich besonders stolz als eine unserer Teilnehmerinnen mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde.

Es war definitiv ein besonderes Erlebnis, und eines der Highlights des Jahres!

Powered by mod LCA